Archive for the 'Singapore Sessions' Category

Bürokratie und Eröffnung eines Kontos

Bevor ich hier so richtig loslegen kann, muss ich erst einmal meinen Arbeitsvertrag und die damit verbundene Bürokratie in Sack und Tüten bringen. Und da scheint noch einiges an Arbeit auf mich zuzukommen, denn offenbar hat es eine kleine unvorhergesehene Verzögerung in der bürokratischen Pipeline gegeben. Aber nichts Ernsthaftes, wie mir glaubhaft versichert wurde.

Also machte ich mich vorhin gleich auf den Weg zum Office of Human Resources (OHR) wo ich mit meinem “Offer of Appointment” aufkreuzte. Nachdem ich die notwendigen Formulare unterschrieben hatte, dachte ich in meiner Naivität, dass ich nun gleich nächste Woche mit meiner Arbeit anfangen könne. Doch als ich gerade dabei war, den kommenden Montag in das letzte Forumlarfeld einzusetzen, wies mich die Mitarbeiterin des OHRs freundliche darauf hin, dass das wohl etwas optimistisch sei. Ich solle den Termin doch lieber um drei Wochen nach hinten schieben, beispielsweise auf den 22. Juni. Da musste ich erst einmal schlucken.

Denn die Mühlen der Bürokratie mahlen bekanntlich langsam. Erst einmal muss das Ministry of Manpower (MoM) der ganzen Sache zustimmen, danach brauche ich einen medizinischen Rundumcheck, gefolgt von einem direkten Besuch beim MoM, um mir dort einen Employment Pass ausstellen zu lassen und dannach werde ich dann tatsächlich irgendwann meinen Arbeitsvertrag unterzeichnen können. Und das alles in exakt dieser Reihenfolge, ohne über Los zu gehen und ohne 500 Taler einzustecken. Das kann also dauern.

Glücklicherweise ist das alles nicht allzu tragisch, denn ich habe ja noch 30 Tage Zeit, bis mein Touristenvisum abläuft. In vielen anderen Ländern ist es übrigens nicht so einfach möglich, sein Visum im nachhinein zu änderen, was mir beispielsweise damals in Kanada sehr viel Stress in der letzten Woche vor dem Abflug bereitete. Und der arme Niklas musste damals sogar seinen Flug um ganze zwei Wochen verschieben. Hier in Singapur ist dies gottseidank entspannter. Allerdings sollte man unter keinen Umständen länger als die vorgesehenen 30 Tage damit verbringen, denn dann wird auch die hiesige Bürokratie gnadenlos zuschlagen.

Zurück im Lab berichtete ich soeben von der Verzögerung und wurde sogleich mit der Zahlung einer einmaligen Reisekostenpauschale beruhigt. Den Scheck werde ich jetzt gleich nutzen, um mir ein hiesiges Konto einzurichten. Die Bankfiliale befindet sich praktischerweise gleich auf dem Campus, etwa drei Fussminuten vom Büro entfernt. Und mein Büro kann ich dann auch schon beziehen, nur halt noch nicht offiziell. Also wird sich hoffentlich bald alles zum Guten wenden.

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Die Kollegen

Chao
Feng
Adrian
Torsten
Katharina
Harald

Nachdem ich von Marcus, dem Manager des Labs, mit einer elektronischen Zugangskarte für das Lab ausgestattet wurde, besuchte ich gleich einmal Gerrit in seinem Büro. An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich ohne Gerrit nie nach Singapur gekommen wäre, denn über ihn kam der Kontakt während der Graphite06-Konferenz in Kuala Lumpur im letzten November zustande.

Gerrits Büro wirkt wie eine Lagerhalle für Computer-Hardware. Gleich hinter der Tür befindet sich ein ca. fünf Meter hoher Haufen voll Kabel, Tastaturen, Lautsprechern, Mäusen und Netzteilen aller Art. Und wie so etwas in einen Raum mit einer Zimmerhöhe von unter drei Metern passt, konnten bislang selbst modernste wissenschaftliche Methoden nicht hinreichend genug erklären. Sein Schreibtisch wird von etlichen Rechner und Monitoren umlagert und auf der Tischplatte entdeckte ich sofort eine GeForce 8800 Karte, die da einfach so ungenutzt herumlag. Die technische Ausstattung scheint hier wirklich kein Problem zu sein.

Nach einem kurzen Gespräch, stellte mich Wolfgang dann den anderen Kollegen vor, die zum großen Teil alle aus Deutschland kommen. Neben Wolfang, Marcus und Gerrit sind das noch Harald, der mich gestern vom Flughafen abholte und die zwei Diplomanden aus Darmstadt: Torsten und Katharina. Ansonsten gibt es noch drei “singapurische” Mitarbeiter: Chao, die Ehefrau von Gerrit, Adrian and Feng.

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Eine Sintflut am Morgen

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Heute war ich das erste Mal im Lab. Der große Tag also. Schon der Hinweg sollte sich als ein kleines Abenteuer erweisen, denn ich erlebte nun am eigenen Leib, wie sehr es hier regnen kann. Und selbst der Ausdruck “regnen” wirkt an dieser Stelle lediglich verharmlosend. Treffender wäre vielleicht “wie aus Eimern schütten”, denn obwohl beinahe jeder Bürgersteig überdacht ist, muss man doch immer noch die Straße bzw. die Kreuzung überqueren. Und die sind ungeschützt. So kam es also, dass ich trotz all der schützenden Dächer und trotz dreimaligen “über die Kreuzung SPRINTENS” komplett durchnäßt gegen 9:00h morgens im Lab eintraf.

Den Weg dorthin hatte mir Harald bereits gestern Abend bei unserem kurzen Spaziergang über den Campus gezeigt. Heute kam ich jedoch, geleitet durch die Überdachungen, von der anderen (verschlossenen) Seite. Gottseidank öffnete im selben Augenblick ein ziemlich durchnäßt wirkender Deutscher die Tür. Es handelte sich dabei um Marcus, den Manager des CAMTech und mein Ansprechpartner, mit dem ich in Deutschland bereits regen Emailkontakt hatte. Er fluchte wie wild über den Regen, der anscheinend schon eine ganze Weile nicht mehr so schlimm gewesen war. Marcus kam nämlich wie jeden Tag mit seinem Rennrad ins Büro geradelt und war auf dem direkten Weg zum Waschraum, um dort seine nassen Sachen zum Trocken aufzuhängen.

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Ankunft in Singapur

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Nun bin ich also tatsächlich lebendig und wohlbehalten im fernen Singapur eingetroffen. Beim Ausfüllen des Einreiseformulars im Flugzeug war mir schon etwas mulmig zu mute (Stichwort: WARNING: DEATH FOR DRUG TRAFFICKERS UNDER SINGAPORE LAW). Meine neue Polar-Pulsuhr (vielen lieben Dank noch mal liebe Birka) musste ich erst einmal um ganze sechs Stunden nach vorne stellen und nun fühlt es sich zwar wie Mittag an, es ist aber schon längst Abend.

Am Flughafen wurde ich von Harald (Doktorand aus Darmstadt) abgeholt, der mich gleich mit einem Taxi zu meinem Apartment auf dem Campus der Nanyang Technological University brachte, wo ich in den nächsten vier Wochen wohnen werde. Beim ersten kurzen Spaziergang über den Campus fielen mir sofort die überdachten Bürgersteige auf. Ob die mich wohl vor dem schönen Sonnenschein schützen sollen? Ich denke mal eher nicht, denn statt schönen Sonnenschein ist hier im Moment eher dunkelgrauer Himmel angesagt, der einem ganz schön aufs Gemüt schlagen kann.

Auf unserer anschließenden Bustour zur nächstgelegenen Mall war ich dann ziemlich beeindruckt vom Fahrkartenabrechnungssystem. Da können wir uns in Deutschland eine dicke Scheibe von abschneiden. Und so funktioniert es: jeder Fahrgast kauft sich eine Geldkarte, lädt dort Geld drauf und beim Einsteigen fährt er kurz mit dem geschlossenen Portemonnaie über einen kleine Automaten. Dann macht es PIEP oder PIEP PIEP PIEP (Normal/Ermäßigt) und schon hat man bezahlt, ohne dass man die Geldkarte mühselig aus dem Portemonnaie herauskramen musste. So ein tolles Ding hab ich mir natürlich auch gleich zugelegt und auf dem Rückweg konnte ich dann auch zum ersten Mal selbst PIEP machen. Wirklich schön.

In der Mall hat es selbst um 21:30h nur so von Menschen gewimmelt. Das Essen scheint hier wirklich sehr gut und preiswert zu sein. Man kann sich beispielsweise für rund zwei Euro handgemachte Nudeln, frisches rohes Gemüse und Fisch/Fleisch aussuchen, das dann für vor den eigenen Augen kurz angebraten wird. Frischer geht’s wirklich nicht. Prädikat: Lecker! Wer hier selbst kocht ist selbst schuld.

Mein Apartment besteht aus fünf separat abschließbaren Wohnräumen mit gemeinsamem Wohnraum/Küche/Balkon. Die meisten Räume scheinen jedoch unbewohnt. Bisher habe ich jedenfalls nur das polnische Pärchen aus dem Nachbarraum kennen gelernt. Und bevor mir jetzt die Äuglein zufallen, wünsche ich allen eine erholsame Nacht. Schlaft gut!

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