Guangpu

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Gestern Abend habe ich zum ersten Mal in meinem Leben das sogenannte Intervalltraining ausprobiert und musste dabei fast kotzen. Die grundsätzliche Idee ist hierbei, dass man auf kurzen Strecken (200m – 800m) so schnell wie nur irgend möglich davonsprintet. Zwischendrin erholt man sich dann wieder durch sehr langsames Laufen. Anscheinend habe ich dabei auf dem Sportplatz eine ziemlich wilde Show abgeliefert, denn ich wurde beim Nachhausgehen von einem chinesischen Studenten angesprochen, der mich fragte, was ich da so treibe. Und so lernte ich Guangpu kennen.

Guangpu studiert hier an der NTU Elektrotechnik und wohnt in einem der vielen Wohnheime, die für Studenten sehr zahlreich vorhanden sind (leider nicht für Angestellte). Als ich ihn heute Abend besuchte und dabei von meiner Wohnungssuche berichtete, erklärte er sich spontan dazu bereit, sein Zimmer mit mir zu teilen. Und zwar schon ab morgen. Sein Mitbewohner sei sowieso frühestens Anfang August wieder in Singapur und ausserdem würde er sich alleine ziemlich langweilen. Als ich ihm dann auch noch den Preis für mein kleines Räumchen nannte (S$750,- ≈ €375,-), konnte er das gar nicht glauben, denn für sein mehr als drei Mal so großes und bei Weitem besser ausgestattetes Doppelzimmer zahlte er gerade einmal ein Viertel dieses Betrages.

Da war für ihn die Sache bereits entschieden und ich musste mich sofort auf das Bett probelegen. Meine Füße ragten zwar ein wenig über die Bettkante, aber das wäre halb so schlimm und ich könne ja auch mit dem Kopf in das Regal hineinrücken. Ich bin zwar geizig. Aber auch Geiz ist nicht immer gleich geil. Also brachte ich ihm schonend bei, dass ich als Europäer dringend meine Privatsphäre und vor allem ein längeres Bett bräuchte. Und hoffe, dass er mir nicht allzu böse deswegen ist.

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