Archive for June 13th, 2007

Guangpu

img_4643_singapore.jpg
img_4642_singapore.jpg

Gestern Abend habe ich zum ersten Mal in meinem Leben das sogenannte Intervalltraining ausprobiert und musste dabei fast kotzen. Die grundsätzliche Idee ist hierbei, dass man auf kurzen Strecken (200m – 800m) so schnell wie nur irgend möglich davonsprintet. Zwischendrin erholt man sich dann wieder durch sehr langsames Laufen. Anscheinend habe ich dabei auf dem Sportplatz eine ziemlich wilde Show abgeliefert, denn ich wurde beim Nachhausgehen von einem chinesischen Studenten angesprochen, der mich fragte, was ich da so treibe. Und so lernte ich Guangpu kennen.

Guangpu studiert hier an der NTU Elektrotechnik und wohnt in einem der vielen Wohnheime, die für Studenten sehr zahlreich vorhanden sind (leider nicht für Angestellte). Als ich ihn heute Abend besuchte und dabei von meiner Wohnungssuche berichtete, erklärte er sich spontan dazu bereit, sein Zimmer mit mir zu teilen. Und zwar schon ab morgen. Sein Mitbewohner sei sowieso frühestens Anfang August wieder in Singapur und ausserdem würde er sich alleine ziemlich langweilen. Als ich ihm dann auch noch den Preis für mein kleines Räumchen nannte (S$750,- ≈ €375,-), konnte er das gar nicht glauben, denn für sein mehr als drei Mal so großes und bei Weitem besser ausgestattetes Doppelzimmer zahlte er gerade einmal ein Viertel dieses Betrages.

Da war für ihn die Sache bereits entschieden und ich musste mich sofort auf das Bett probelegen. Meine Füße ragten zwar ein wenig über die Bettkante, aber das wäre halb so schlimm und ich könne ja auch mit dem Kopf in das Regal hineinrücken. Ich bin zwar geizig. Aber auch Geiz ist nicht immer gleich geil. Also brachte ich ihm schonend bei, dass ich als Europäer dringend meine Privatsphäre und vor allem ein längeres Bett bräuchte. Und hoffe, dass er mir nicht allzu böse deswegen ist.

Comments are off for this post

Reality Theatre

img_4638_singapore.jpg
img_4635_singapore.jpg
img_4637_singapore.jpg
img_4641_singapore.jpg

Das CAMTech (dort arbeite ich) unterhält ein Reality Theatre, das im Wesentlichen aus einer gekrümmten Projektionsfläche und drei Projektoren besteht. Dort können wir unsere Projekte vor einem größeren Publikum vorführen. Heute, als ich zum ersten Mal dort war, stellte Adrian gerade seine virtuelle Fahrschule vor. Um eine möglichst hohe Realitätstreue zu erreichen, haben sie für das Projekt extra das Vorderteil eines echten Autos abgeschweißt und nutzen dieses jetzt als Cockpit für die Fahrsimulation.

Den besten Eindruck bzw. die beste Immersion erzielt man im Brennpunkt der runden Projektionsfläche, also etwa da, wo heute das Auto-Cockpit stand. Und wenn man im Cockpit sitzt, ist der Effekt gar nicht mal so schlecht. Mir wurde sogar ein ganz wenig mulmig im Magen, was wahrscheinlich daran liegt, dass der Körper zwar die visuellen Informationen des Fahrens bekommt, aber eben nicht die Beschleunigungskräfte, die beispielsweise beim Bremsen oder beim “Um die Kurve Fahren” auftreten.

Im Zuschauerraum wird man dagegen eher nicht so sehr in das Geschehen eintauchen können, da man dort wie vor einer Kinoleinwand sitzt. Der Effekt ist natürlich dort auch nicht schlecht, aber man möchte ja mehr als nur bloßes Kino erreichen. Es bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass man für den Weg vom Büro zum Reality Theatre etwa 8 bis 10 Minuten einplanen muss, so dass man leider nicht mal schnell rüber gehen kann, um etwas auszuprobieren.

Comments are off for this post