Swimming in the rain

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Heute habe ich es doch tatsächlich geschafft, und war bereits um 7:30h noch vor dem Frühstück im Schwimmbad, um dort meine 50m-Bahnen zu ziehen. Es handelt sich hierbei übrigens um ein Freibad. Eine Tatsache, die für diese Geschichte nicht ganz unwichtig ist.

Nachdem ich so etwa die zwanzigste Bahn hinter mich gebracht hatte und kurz einmal anhielt, um nach der Zeit zu schauen, bemerkte ich, dass es plötzlich ganz schön finster geworden war. Und da war noch eine Sache, die ein wenig anders war als noch vor 20min: es war nicht nur von unten nass, nein auch über mir hatten sich riesige Wassermengen zusammengebraut. – Es schüttete wie aus Eimern.

Wie romantisch, dachte ich und zog schweigend weiter meine Bahnen. Und überlegte. Da war doch noch etwas. Etwas Entscheidendes hatte ich bisher übersehen. Und mit einem Male fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich war der einzige im Becken. Ganz allein. Keine Menschenseele war mehr zu sehen. Nur ich. Und das große Becken. Aber wo waren bloss all die anderen hin? Die standen alle am Beckenrand und winkten mir zu. Und zwar in einer Art und Weise, die mir unmissverständlich klar machten, ihnen möglichst schnell zu folgen, was ich natürlich auch tat.

Als ich dann sicher aus dem Becken heraus war, wurde ich erst einmal aufgeklärt. In Singapur gewittert es durchschnittlich an 180 Tagen im Jahr. Damit zeigt es eine der höchsten Gewitteraktivitäten weltweit. Ein Verhalten, das vor allem den gewitterbegünstigenden Klimabedingungen – also heiss und feucht – zugeschrieben wird. Singapur befindet sich übrigens 150km nördlich des Äquators.

Und da ein Gewitter plus Schwimmbecken gleich mehrere Tausend Volt gleich Tod bedeuten kann, achtet der wachsame Bademeister stets freundlich aber bestimmt darauf, dass selbst bei dem kleinsten Anzeichen eines Hauches eines Gewitterchens auch ja alle Schäfchen ins Trockenen gebracht werden. Und so auch heute, selbst wenn nicht ein einziges Grollen am Himmel zu hören war.

Zusätzliche Anmerkung: Auf dem Weg nach Hause – es regnete immer noch in Strömen – entdeckte ich ein weiteres nützliches Anwendungsgebiet für mein Handtuch: und zwar als Regenschirmersatz.

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