Auf Kommando Pinkeln

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Auf Kommando Pinkeln ist gar nicht so einfach, wie man es sich so leichthin vorstellt. Ich musste diese bittere Erfahrung heute machen, als ich meine medizinische Einstellungsuntersuchung absolvierte. “No Problem”, sagte die Assistentin noch mit einem leichten Lächeln im Gesicht. “Don’t worry. Just take the time you need.” Die habe ich mir dann auch wirklich genommen. Es half aber alles nichts. Trotz redlicher Bemühungen meinerseits. Nicht ein Tropfen wollte herauskommen. Es war zum Verzweifeln.

Also ging ich zum nächsten Wasserspender, die hier auf dem Campus überall herumstehen, und fing zu trinken an. Die ersten 30 Schluck wirkten irgendwie noch erfrischend, die nächsten 50 gingen auch noch recht gut über die Lippen, weitere 30 verdanke ich meinem starken Antrieb, diesen doofen Test endlich über die Bühne zu bringen, doch bei Schluck 113 war dann endgültig Schluss. Da ging es einfach nicht weiter, und es bestand die akute Gefahr, dass mein Magen platzte. Leider erwies sich mein Trink-Engagement zunächst als wenig zielführend, denn ich saß immer noch ziemlich auf dem Trockenen. Also wartete ich weitere 20 Minuten und dann kamen tatsächlich ein paar wenige Tröpfchen, auf die ich so lange hingearbeitet hatte. Und so meisterte ich dann doch heldenhaft diesen schwierigen Test. Trotzdem frage ich mich immer noch, wo denn all das viele Wasser geblieben ist, was ich mir so mühsam hineingewürgt habe…

Um dieser Geschichte am Ende doch wenigstens ein bisschen Inhalt einzuhauchen, möchte ich noch auf die Relevanz dieses medizinischen Tests hinweisen. Es geht natürlich um Bürokratie. Genauer gesagt, um meine Arbeitserlaubnis und meinen Arbeitsvertrag. Aber der Reihe nach. Als ich vor genau einer Woche in Singapur eintraf, hatte ich zwar ein Angebot auf eine Stelle als Research Associate in der Tasche, aber eben noch keinen richtigen Arbeitsvertrag und schon gar keine Arbeitserlaubnis. Daher war es einer meiner ersten Schritte, sich um eben diese Bürokratie zu kümmern.

In diesem Zusammenhang wurde mir geraten, den Beginn des Arbeitsvertrages frühestens auf den 22. Juni zu legen. Deshalb war ich sehr erfreut, bereits heute (nach weniger als einer Woche) das Wohlwollen des Ministry of Manpower auf meiner Seite zu wissen. Und so war es mir dann auch eine Ehre, den heutigen Nachmittag dem medizinischen Rundumcheck widmen zu dürfen, mit all seinen Gemeinheiten und Tücken. Morgen werde ich übrigens noch zum Röntgen in die nächste Mall fahren, und im Verlauf der nächste Woche habe ich dann hoffentlich meine Arbeitserlaubnis und meinen Arbeitsvertrag in der Tasche.

So, und jetzt muss ich erst einmal ganz schnell etwas sehr dringendes erledigen gehen…

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